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by Kathrin Jeglejewski
Nicht davor. Nicht danach. Genau dort.
Und du kennst diesen Moment, wo du eine Entscheidung getroffen hast. Oder diesen einen Schritt gegangen bist - einfach weil es sich wahr angefühlt hat. Aber dann zeigt dein Leben erstmal nichts. Und dann ein paar Tage und Wochen, manchmal auch Monate lang wieder nichts. Du kennst diesen Moment vermutlich besser, als dir lieb ist. Du hast eine Entscheidung getroffen, einen Schritt gewagt, etwas getan, das sich in dir wahr angefühlt hat – und dann, in der Stille danach, wenn das Leben dir noch keine Antwort zurückgibt, manchmal Wochen, Monate und manchmal Jahre nicht, beginnt etwas in dir leise zu suchen. Nach einem Zeichen. Nach Bestätigung. Nach irgendeinem Beweis, dass du richtig liegst. Und genau dort, in diesem feinen Moment des Suchens, verlierst du den Zugang zu dir.
Du verlässt deine eigene Wahrheit, ohne es überhaupt zu merken.
Fülle ist kein Kontostand und kein Ziel, das irgendwann erreicht ist, wenn endlich genug Geld da ist oder genug Menschen ja gesagt haben. Solange du glaubst, dass sie erst dann kommt, wenn sich im Außen etwas verändert, lebst du im Warten – und das Warten selbst wird zu der Erfahrung, die sich immer wieder wiederholt.
Ich kenne diesen Zustand gut. Ich wusste, dass Vertrauen wichtig ist. Ich wusste, dass das Leben antwortet, dass meine Realität meinem Bewusstsein folgt. Und trotzdem stand ich ständig prüfend daneben: die Zahlen, die Ergebnisse, die Reaktionen, immer mit dieser stillen Hoffnung, dass mir das Außen endlich erlaubt zu vertrauen.
Bis ich irgendwann verstanden habe, dass das nie Vertrauen gewesen war. Ich hatte die ganze Zeit mit dem Leben verhandelt. Ich vertraue, wenn. Ich vertraue, sobald. Ich vertraue, nachdem.
Doch Vertrauen beginnt genau an der Stelle, an der dieses „wenn“ endet.
Vielleicht denkst du, Vertrauen heiße, dass du dich sicher fühlst – dass du weißt, wie es ausgeht, dass dein Plan aufgeht, dass nichts mehr schiefgehen kann. Doch das ist nicht Vertrauen. Das ist der Wunsch nach Kontrolle.
Echtes Vertrauen zeigt sich nicht in den Momenten, in denen ohnehin alles klar ist. Es zeigt sich dort, wo die Sicherheit fehlt, wo dein Verstand keine Antwort parat hat und das Außen noch schweigt. Es bedeutet, dass du gehst, bevor du weißt. Dass du empfängst, bevor du etwas in den Händen hältst. Dass du innerlich schon ruhst, während dein Kopf noch Fragen stellt.
Und genau hier, in diesem Raum vor jeder Gewissheit, beginnt Fülle.
Solange du darauf wartest, dass das Außen dir Sicherheit gibt, legst du die Macht über deinen inneren Zustand in fremde Hände. Dein Wohlbefinden hängt dann an Zahlen, an Reaktionen, an Ergebnissen, die du nicht kontrollieren kannst. Und das Leben, das immer auf das antwortet, was du in dir trägst und verkörperst, spiegelt dir genau das zurück: das Warten selbst.
Der Verstand sucht ununterbrochen. Vertrauen tut etwas anderes – es empfängt.
Und genau deshalb beginnt jegliche Manifestation auch nie im Außen. Sie beginnt in dem Moment, in dem du aufhörst, dem Mangel mehr zu glauben als deiner eigenen Wahrheit. Denn aus Vertrauen triffst du andere Entscheidungen. Du bewegst dich anders. Du begegnest deinen Mitmenschen anders.
Und genau dadurch kann das Leben plötzlich Antworten liefern, die vorher keinen Raum hatten zu erscheinen.
Irgendwann kommt ein Tag, an dem du einfach aufhörst zu warten. Es geschieht selten mit einem großen Moment, der alles auf einmal klar macht. Meist passiert es ganz leise, fast unbemerkt, mitten in einer gewöhnlichen Stunde, in der sich im Außen überhaupt nichts verändert hat.
Bei mir war es ein unspektakulärer Morgen. Die Zahlen waren dieselben wie am Tag zuvor, die offenen Fragen auch, und trotzdem hatte sich etwas in mir verschoben, das ich kaum in Worte fassen konnte. Ich hatte aufgehört, das Leben um einen Beweis zu bitten. Es lag nicht daran, dass endlich genug da gewesen wäre, um mich sicher zu fühlen. Es lag daran, dass ich in diesem Moment etwas verstanden habe, das ich vorher immer nur gewusst hatte: dass ich nicht darauf warten kann, dass das Außen mir Sicherheit schenkt, weil diese Sicherheit dort draußen nie zu finden war. Sie war die ganze Zeit in mir. Ich bin sie. Ich war es immer schon.
Das ist keine Methode, die du anwendest, und keine Stufe, die du irgendwann erreichst. Es ist eine Erinnerung an etwas, das nie wirklich weg war – und in dem Augenblick, in dem du dich erinnerst, wird es still in dir, und das Suchen hört von selbst auf. Vielleicht spürst du dann zum ersten Mal, dass Fülle nie das Ziel am Ende eines langen Weges war.
Fülle ist das leise Wissen, dass dir in genau diesem Moment nichts fehlt – hier, in diesem Atemzug, in dem du aufhörst, sie überhaupt noch zu suchen. Sie wartet nicht irgendwo vor dir. Sie ist der Boden, auf dem du längst stehst.
Vielleicht ist dir dieser Zustand längst nicht fremd. Vielleicht hast du ihn schon einmal für einen Moment gestreift – in einer plötzlichen Stille, in einer Entscheidung, die sich einfach richtig anfühlte, an einem Tag, an dem dir alles auf seltsame Weise leicht von der Hand ging. Das war kein Zufall und kein glücklicher Tag. Das warst du, ganz in deiner Wahrheit. Die Frage ist also nicht, ob du diesen Zustand erreichen kannst. Du kennst ihn bereits. Die eigentliche Frage ist, ob du bereit bist, dort zu bleiben – auch dann, wenn dein Verstand wieder lauter wird, auch dann, wenn das Außen dir noch keinen einzigen Beweis liefert.
Wissen allein verändert nichts. Das spürst du wahrscheinlich längst. Erst wenn Vertrauen aufhört, ein schöner Gedanke zu sein, erst wenn dein Körper es tatsächlich fühlt, beginnt sich deine Realität wirklich zu verschieben.
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Trust is the answer.
Alles Liebe,
Kathrin
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Kathrin Jeglejewski ist Gründerin von New Spirit Leaders. Sie wirkt für alle, die sich daran erinnern wollen, wer sie in Wahrheit längst sind. Denn wenn du dich erinnerst, erinnert sich auch das Leben an dich. Ihre Räume und mehr von ihr unter kathrinjeglejewski.de
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