
by Kathrin Jeglejewski
Du hast gelernt dich zu beobachten – bist du gerade in der richtigen Frequenz? Ist das was du fühlst förderlich oder hinderlich für das was du dir wünschst?
Und irgendwann – vielleicht ohne es zu merken – hast du angefangen dein Leben von einer inneren Ampel abhängig zu machen. Grün: ich darf handeln. Rot: ich muss erst an meiner Energie arbeiten.
Aber was wenn diese gesamte Unterscheidung auf einem Missverständnis beruht?
Frag einen Physiker was er von “guter” und “schlechter” Energie hält. Er wird dich vermutlich verwirrt ansehen.
Denn in der Physik ist Energie neutral. Sie ist Bewegung. Frequenz. Potenzial. Weder positiv noch negativ. Energie ist das was ist – ohne moralische Qualität.
Die Unterscheidung in gut und schlecht kommt nicht aus der Energie selbst. Sie kommt aus unserer Interpretation.
Und genau diese Interpretation hat in den letzten Jahren im spirituellen Bereich eine sehr konkrete Wirkung entfaltet: Sie hat Bedingungen geschaffen.
Sobald du glaubst es gibt gute und schlechte Energie passiert etwas Subtiles aber Weitreichendes. Denn du beginnst gegen einen Teil deiner eigenen Erfahrung zu kämpfen.
Die Angst wird zum Feind. Die Zweifel werden zum Problem. Die Trauer wird zum Zeichen, dass etwas nicht stimmt.
Und weil du weißt, dass dein Zustand deine Realität beeinflusst versuchst du diese “negativen” Zustände loszuwerden bevor du handelst. Bevor du sichtbar wirst. Bevor du entscheidest.
Das Ergebnis: Du wartest. Nicht auf den richtigen Moment. Sondern auf die richtige Frequenz.
Und dieser Moment kommt oft nicht, weil Angst und Zweifel keine Fehler sind die verschwinden wenn du lange genug an dir arbeitest. Sie sind einfach Teil des Menschseins.
Die Perspektive der höchsten Wahrheit – die Sichtweise die nicht zwischen gut und schlecht unterscheidet – sagt etwas Radikales:
Alles was erscheint ist neutral. Die Bedeutung kommt von dir.
Angst ist keine schlechte Energie. Sie ist Energie in Bewegung. Ein Signal. Eine Empfindung. Nicht mehr und nicht weniger.
Zweifel ist kein Zeichen dass du auf dem falschen Weg bist. Er ist ein Gedanke der auftaucht – wie Wolken am Himmel. Du bist nicht der Zweifel. Du bist der Himmel in dem er erscheint.
Und wenn du das wirklich erkennst – nicht nur verstehst sondern dich daran erinnerst und es verkörperst – passiert etwas Bemerkenswertes. Weil genau dann hört der innere Kampf auf.
Die Angst muss nicht verschwinden. Du hörst einfach auf gegen sie zu kämpfen. Und genau in diesem Moment – in der Akzeptanz dessen was ist – entsteht echte Leichtigkeit.
Hier liegt die entscheidende Nuance.
Du kannst diesen Artikel lesen und nicken. Du kannst die Theorie verstehen. Du kannst sogar zustimmen.
Und trotzdem im nächsten Moment wieder in die alte Ampel-Logik fallen. “Ich fühle mich gerade nicht gut genug um zu posten.” Oder: “Ich warte bis ich weniger Angst habe.”
Das ist die Kraft deiner Konditionierung. Sie läuft tiefer als dein Wille.
Dein Nervensystem hat gelernt bestimmte Zustände als sicher und andere als gefährlich zu bewerten. Das passiert in Millisekunden – lange bevor dein bewusster Verstand eingreifen kann.
Verkörperung bedeutet: Diese Konditionierung auf der Ebene des Körpers zu verändern. Es geht also nicht darum, noch mehr zu verstehen, sondern eine direkte Erfahrung zu machen.
Der Moment in dem dein Körper spürt – ich kann Angst fühlen und trotzdem gehen – verändert mehr als tausend gelesene Artikel.
Wenn Energie neutral ist verändert sich der gesamte Fokus.
Die Frage ist nicht mehr: Bin ich in der richtigen Frequenz? Die Frage wird:
Handle ich aus meiner Wahrheit heraus – unabhängig von dem was ich gerade fühle?
Und das ist ein fundamentaler Unterschied.
Der erste Ansatz macht dein Handeln abhängig von deinem Gefühlszustand. Der zweite verankert dein Handeln in deiner Identität. In dem wer du bist – nicht in dem was du gerade fühlst.
Menschen die aus dieser Haltung leben wirken komplett anders. Die Angst ist teilweise weiterhin da, aber sie bestimmt nicht mehr über ihre Richtung im Leben.
Sie entscheiden aus Klarheit statt aus einer reaktiven Stimmung. Sie erschaffen aus Wahrheit statt aus der optimalen Frequenz. Sie führen aus Sein statt aus Performance.
Das ist es worum es in meiner Arbeit geht.
Es geht in erster Linie nicht darum, weiteres spirituelles Wissen anzusammeln oder die richtige Energie zu erreichen, sondern darum den Zustand zu verkörpern, in dem die Unterscheidung zwischen gut und schlecht – zwischen richtig und falsch – aufhört die Führung zu übernehmen.
Weil du erkennst: Du bist das Bewusstsein in dem alles erscheint.
Die Angst erscheint in dir. Die Zweifel erscheinen in dir. Die Freude erscheint in dir. Aber du bist keines davon.
Und aus dieser Erkenntnis – nicht als Idee sondern als gelebte Realität – entsteht eine Art Handeln die sich fundamental anders anfühlt. Nicht angestrengt. Nicht bedingt. Nicht wartend. Einfach klar.
Das ist Erinnerung. Nicht Transformation. Du wirst nicht zu jemandem anderen. Du erinnerst dich, wer du in Wahrheit bereits bist.
Wenn kein innerer Widerstand mehr da ist – wenn du aufhörst einen Teil deiner Erfahrung zu bekämpfen – verändert sich nicht nur wie du dich fühlst. Es verändert sich was du erschaffst.
Die Situation hat sich vielleicht gar nicht verändert. Du arbeitest einfach nicht mehr gegen dich.
Entscheidungen die früher Wochen gebraucht haben kommen jetzt in Minuten. Nicht weil die Situation einfacher wurde – sondern weil du nicht mehr gegen dich arbeitest.
Beziehungen ordnen sich neu. Andere verändern sich vielleicht gar nicht. Du gehst anders in den Raum. Und das verändert alles. Möglichkeiten im eigenen Business entstehen leichter. Deine Energie ist frei. Sie fließt. Sie war vorher im inneren Kampf gebunden.
Das ist keine Magie. Das ist Kohärenz. Wenn innen und außen aufhören gegeneinander zu arbeiten beginnt sich die Realität anders zu ordnen. Du hast nichts Besonderes getan. Du warst einfach ganz.
Als ganz natürliche Resonanz deines wahren Seins.
Und irgendwann – wenn diese Erkenntnis wirklich im Körper angekommen ist – stellt sich die Frage nach der richtigen Energie gar nicht mehr. Dann lebst, erschaffst und führst du, einfach, weil du da bist.
Das ist das reine Sein. Und von hier aus ist das Menschsein keine Aufgabe mehr.
Es ist ein ganz natürlicher Ausdruck von dir.
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Kathrin Jeglejewski ist Gründerin von New Spirit Leaders und erinnert bewusste Leader daran, wer sie in Wahrheit sind und begleitet sie dabei, verkörpertes Bewusstsein nicht nur zu verstehen – sondern zu leben. Wenn du tiefer gehen möchtest findest du ihre Räume unter kathrinjeglejewski.de