
by Kathrin Jeglejewski
Es gibt Phasen im Leben, in denen plötzlich nichts mehr trägt. Strategien greifen nicht mehr. Sicherheiten brechen weg. Das, was dich jahrelang definiert hat, verliert seine Kraft. Und falls du dich jetzt schon erkennst, lass dir gesagt sein: Du hast nicht „zu wenig getan“. Du hast nicht „falsch manifestiert“. Und du bist auch nicht vom Weg abgekommen.
Du stehst an einer Schwelle.
Ich kenne diesen Ort sehr gut. Mehr als einmal stand ich genau dort. Ohne Plan. Ohne Halt. Ohne Gewissheit, wie es weitergeht. Heute weiß ich, dass das kein Fehler war. Es war kein Scheitern. Es war eine Initiation.
Die dunkle Nacht der Seele ist kein poetischer Begriff. Sie ist ein realer innerer Prozess.
Spirituelle Traditionen sprechen seit Jahrhunderten davon. Mystiker, Nonnen, Yogis, Schamanen – sie alle beschreiben denselben Moment: Das alte Selbst stirbt - auf psychologischer und energetischer Ebene.
Identitäten zerfallen. Rollen lösen sich. Das Ego verliert die Kontrolle. Alles, worüber du dich bisher definiert hast, fällt weg. Und genau das fühlt sich so bedrohlich an. Denn dein Verstand kann nur greifen, was bekannt ist.
Die Seele jedoch führt dich ins Unbekannte. Nicht um dich zu bestrafen. Sondern um dich nach Hause zu bringen.
Der Schmerz entsteht nicht, weil etwas schief läuft. Er entsteht, weil dein Ego überleben will. Deswegen hält dich das Ego beschäftigt: Mehr tun. Mehr kontrollieren. Mehr optimieren. Mehr kämpfen. Alles – nur nicht still werden.
Denn Stille bedeutet Kontrollverlust.
Und für das Ego fühlt sich Kontrollverlust an wie sterben. Deshalb fühlt sich diese Phase wie Chaos an. Doch auf einer tieferen Ebene ist nichts chaotisch. In Wahrheit ist sie hochpräzise. Alles, was nicht wahr ist, wird entfernt.
Viele Lehrer beschreiben diesen Prozess als Reinigung. Andere nennen ihn Entleerung. Wieder andere sprechen von Hingabe. Ich sehe es so: Die dunkle Nacht nimmt dir nicht dein Licht. Sie nimmt dir nur die falschen Lichtquellen.
Sie trennt dich nicht vom Göttlichen. Sie trennt dich nur von allem, was du zwischen dich und Gott gestellt hast.
Du verlierst nichts Echtes. Du verlierst nur die Illusion.
Ja, es fühlt sich wie ein Verlust an. In Wahrheit aber ist es Erinnerung.
Was oft übersehen wird: Dieser Prozess ist nicht nur spirituell. Er ist biologisch.
Dein Nervensystem läuft im Alarm. Und ein System im Alarm kann weder vertrauen noch klar sehen. Deshalb bist du so müde. Nicht vom Leben. Vom Widerstand.
Erst wenn dein Körper wieder Sicherheit spürt, entsteht Vertrauen. Nicht als Gedanke. Sondern als Zustand. Und aus diesem Zustand heraus öffnen sich Wege, Begegnungen, Möglichkeiten – ganz natürlich. Nicht weil du sie manifestierst, sondern weil du nicht mehr kämpfst.
Du fühlst dich leer. Alte Ziele machen keinen Sinn mehr. Nichts funktioniert wie früher. Du bist erschöpft vom Starksein. Dann bist du nicht verloren. Du wirst zurückgeführt.
Zurück zu dir. Vor alle Konzepte. Vor alle Rollen. Zurück in dein wahres Sein.
Keine neue Strategie. Kein weiterer Plan. Kein noch mehr Tun. Sondern: Halt. Präsenz. Erinnerung.
Ein Raum, in dem dein System weich wird und du nichts leisten musst. Genau dafür halte ich meine Räume. Damit du dich nicht weiter zusammenhältst, sondern gehalten wirst. Damit dein Körper endlich aus dem Alarm geht. Damit du morgens nicht mehr mit Druck aufwachst. Damit du aufhörst, alles alleine tragen zu müssen. Und plötzlich fühlt sich dein Leben nicht mehr wie Kampf an, sondern wie eine ganz natürliche Bewegung.
Wenn dein System wieder Sicherheit spürt, verändert sich dein Leben ganz praktisch: Du triffst klarere Entscheidungen. Dein Business fühlt sich leichter an. Deine Beziehungen werden weicher. Du musst weniger kämpfen – und bekommst mehr Unterstützung. Nicht weil du dich mehr anstrengst, sondern weil du aufhörst, gegen das Leben zu arbeiten.
Und plötzlich ordnen sich Dinge von selbst. Menschen tauchen auf. Möglichkeiten entstehen. Wege öffnen sich. Als würde dich etwas Größeres tragen. Und genau das geschieht. Denn die Wahrheit ist:
Du wirst getragen. Immer. Auch in diesem augenscheinlichen Nichts. Auch in dieser dunklen Nacht der Seele.
Du musst nichts halten. Lass dich halten.
Wenn du spürst, dass jetzt der Moment ist, dich nicht länger alleine durch diese Schwelle zu bewegen, findest du hier passende Räume. Oder schreib mir direkt. Ich gehe ein Stück mit dir.
Alles Liebe,
Kathrin