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by Kathrin Jeglejewski
Viele Menschen verwechseln Führung mit Lautstärke. Mit Sichtbarkeit. Mit Geschwindigkeit. Mit ständiger Aktivität. Sie glauben, wer Verantwortung trägt, müsse permanent reagieren, entscheiden, anpassen, präsent sein. Als würde Leadership bedeuten, niemals stillzustehen.
Gerade bewusste, ambitionierte Menschen geraten schnell in dieses Muster. Sie halten Räume, führen Teams, tragen Unternehmen, Familien oder Visionen. Und irgendwo auf diesem Weg entsteht eine subtile Überzeugung: Wenn ich nicht alles im Blick behalte, fällt etwas auseinander. Wenn ich nicht steuere, verliert sich die Richtung. Wenn ich nicht sichtbar bin, verliere ich Wirkung.
Nicht laut, nicht dramatisch. Sondern leise. Funktional. Effizient. Und gleichzeitig unfassbar anstrengend. Ich kenne diesen Zustand sehr gut.
Ich war viele Jahre genau dort. Erfolgreich. Sichtbar. Verantwortlich. Ich habe geführt, aufgebaut, entschieden, umgesetzt. 20 Jahre Karriere. Eigene Marken. Unternehmen. Teams. Von außen betrachtet: stark, klar, souverän. Und innerlich trotzdem unter Spannung.
Ich habe geliefert. Funktioniert. Gehalten. Jeden Tag ein Prozent mehr gegeben. Und ich war überzeugt, genau so müsse Führung aussehen. Mehr Einsatz. Mehr Präsenz. Mehr Kontrolle.
Was ich damals nicht verstanden habe: Es war nicht die Verantwortung, die mich erschöpft hat. Es war das ständige innere Ziehen. Dieses permanente Nachjustieren. Dieses Gefühl, nie ganz loslassen zu dürfen. Nie wirklich zu ruhen.
Der Wendepunkt kam nicht durch neues Wissen. Nicht durch eine bessere Strategie. Nicht durch ein weiteres Training. Er kam, als ich aufgehört habe, zu suchen. Als ich aufgehört habe, das Leben zu managen. Aufgehört habe, mich zu optimieren. Aufgehört habe, mir selbst zu misstrauen.
Ich bin still geworden. Und ehrlich. Und genau dort ist etwas passiert, womit ich nicht gerechnet hatte: Nichts ist zusammengebrochen. Nichts ist langsamer geworden. Nichts ist kleiner geworden. Im Gegenteil. Zum ersten Mal wurde mein System ruhig. Und aus dieser Ruhe heraus wurde alles klarer. Dann habe ich zum ersten Mal wirklich verstanden:
Still sein heißt nicht, dich zurückzuziehen. Es heißt, innerlich nicht mehr zu rennen. Es heißt, im Moment zu bleiben, auch wenn nichts „gelöst“ ist. Nicht sofort zu reagieren. Nicht jede Spannung kontrollieren zu wollen. Nicht ständig jemand sein zu müssen.
Du sitzt. Du atmest. Du bleibst. Und aus diesem Bleiben entsteht eine andere Qualität von Autorität. Eine, die nicht überzeugen muss. Eine, die nicht erklärt. Eine, die nicht drückt.
Und andere Menschen spüren diese Energie einfach.
Du kennst solche Personen. Sie betreten einen Raum, und etwas ordnet sich. Sie sprechen wenig, aber wenn sie sprechen, hört jeder zu. Sie wirken nicht dominant, aber klar. Nicht laut, aber eindeutig.
Nicht performt. Nicht konstruiert. Sondern verkörpert. Diese Form von Führung entsteht nicht im Kopf. Sie entsteht im Nervensystem. Wenn dein System nicht mehr im Alarm ist, brauchst du nichts mehr zu beweisen. Deine Entscheidungen kommen nicht aus Angst oder Druck, sondern aus Stimmigkeit. Deine Grenzen werden weich und gleichzeitig unverhandelbar. Dein Nein braucht keine Rechtfertigung. Dein Ja keinen Kraftakt.
Du wirst langsamer. Und gleichzeitig präziser. Du tust weniger. Und bewegst mehr. Das ist das Paradoxe.
Denn echte Führung ist keine Aktivität. Sie ist ein Zustand. Ein Zustand von Vertrauen. Von innerem Halt. Von „Ich bleibe bei mir, egal was passiert.
Aus diesem Zustand heraus führst du nicht mehr, um Sicherheit zu erzeugen. Du führst, weil Klarheit durch dich fließt. Weil dein Sein Orientierung gibt. Weil andere sich in deiner Ruhe regulieren.
Das ist keine Technik. Das ist Verkörperung. Und genau dafür braucht es keine weitere Methode. Sondern Räume, die dich in dieser Frequenz halten. Räume ohne Push. Ohne Optimierung. Ohne „nächster Schritt“. Räume, in denen du nichts lernen musst, sondern einfach bleibst.
Wenn dich Stille nicht mehr verunsichert, sondern ruft, dann weißt du, dass du bereit bist. Nicht für mehr, sondern für weniger. Weniger Kampf. Weniger Kontrolle. Weniger Lärm. Und genau dadurch für mehr Wirkung als je zuvor.
Und vielleicht ist genau jetzt der Moment, an dem du aufhörst, stärker zu werden – und beginnst, einfach zu sein.
Wenn du spürst, dass das dein nächster ehrlicher Schritt ist, findest du deinen Raum in Sacred Frequency. Es ist genau aus diesem Verständnis entstanden. Als Feld für Menschen, die längst führen und spüren: Ich will nicht mehr lauter werden. Ich will wahrhaftiger werden. Ich will nicht mehr antreiben. Ich will aus Präsenz wirken.
Wenn du den Ruf hörst, hier kannst du den Raum betreten.
Alles Liebe,
Kathrin